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Stürmische Zeiten erfordern mutige Kapitäne: Thorsten Klindworth im Interview

Stürmische Zeiten erfordern mutige Kapitäne: Thorsten Klindworth, CEO der A.B.S. Global Factoring AG im Gespräch mit Markus Rupprecht, CEO Traxpay.

Markus Rupprecht: Sie sind der Kapitän von ABS & quickpaid. Wie kamen Sie auf die Idee, die „Schiffe“ zu bauen? 

Thorsten Klindwort: Die A.B.S. Global Factoring AG habe ich nach meinem Studium, in dem ich mich schwerpunktmäßig mit mittelständischen Finanzierungen auseinandergesetzt habe, gegründet. Ziel war es, mittelständischen Unternehmen eine innovative und flexible Wachstumsfinanzierung anzubieten. Dieses Schiff haben wir dann nach und nach vergrößert und es ist heute unser Flaggschiff, das in vielen Märkten Europas unterwegs ist. Neben Deutschland fährt es in Österreich, der Schweiz, Schweden, Slowenien und einigen anderen Ländern und bedient den Mittelstand vor Ort.

Im Zuge der Digitalisierung wollten wir dann noch ein wendigeres Schnellboot entwickeln – das ist unsere quick-Reihe mit quickpaid und quickfactoring. Hier wollten wir langjähriges Know-How aus der Branche mit digitalen und einfachen Services verknüpfen, um den Kunden einen spürbaren Mehrwert zu schaffen und noch schneller und flexibler die Liquidität im Unternehmen zu steuern. Gewissermaßen sind unsere Finanzierungsprodukte zwar unsere Schiffe, aber sie sind gleichzeitig auch die Instrumente, mit denen unsere Kunden zum Kapitän ihrer Unternehmenssteuerung werden. Die Liquidität ist ja ein ausschlaggebender Faktor dafür.

Welche Eigenschaften sollte ein Kapitän mitbringen?  

Ein Capitain sollte auch in stürmischen Zeiten den Kurs immer im Auge behalten. Zudem muss er alle Matrosen in die Situation bringen, dass sie das Beste aus sich herausholen und gemeinsam als Team das Schiff in sichere Häfen lenken. 

Der typische Familienunternehmer ist doch Ihre primäre Zielgruppe. Kann man das so sagen oder planen Sie, die Zielgruppe auszuweiten? 

Der typische Familienunternehmer gehört sicherlich zu unserer Kernzielgruppe, da wir uns in diesem Bereich ebenfalls heimisch fühlen und so mit den Unternehmen auf Augenhöhe passgenaue Lösungen finden können. Daneben gehören jedoch aus Start-ups und Unternehmen in der Restrukturierung zu unserer Zielgruppe, da Factoring ein Finanzierungsinstrument ist, das den ganzen Unternehmenslebenszyklus begleiten kann, insbesondere auch in herausfordernden Phasen, wenn der Wind mal eben nicht so günstig bläst.

Wie Sie bereits wissen, besteht die Traxpay Zielgruppe aus großen Tankern mit hohem Umsatz und vielen Lieferanten. Ist das nicht eine perfekte Ergänzung zu Ihrer Zielgruppe? 

Ja, definitiv! Dort, wo in der Regel unsere Zielgruppe endet, fängt die von Traxpay an. Wir beschäftigen uns zwar beide mit den gleichen Themen…, nämlich wie man Handelsforderungen schnell und unkompliziert zu Liquidität machen kann und wie man heutzutage clever Supply-Chain-Finance betreibt. Aber natürlich haben unterschiedliche Zielgruppen auch unterschiedliche Anforderungen und alles kann man nicht abdecken. Wir beschäftigen uns hier definitiv mehr mit dem klassischen Mittelstand und weniger mit den Tankern. Da kommt Traxpay gerade richtig…

Mit welchen Maßnahmen helfen Sie den „Mittelstandskapitänen“, immer genug Wind in den Segeln zu haben, um am Ziel anzukommen? 

Service und Flexibilität werden bei uns großgeschrieben. Wir versuchen immer, auf Augenhöhe und in partnerschaftlicher Zusammenarbeit kreative und ganzheitliche Lösungsansätze mit unseren Kunden zu finden. Wir agieren mit echter Leidenschaft und freuen uns, die unternehmerischen Ziele unserer Kunden auch zu unseren eigenen zu machen – bürokratische Wege helfen dabei nicht. Wir agieren hands-on. Dabei sind wir stolz auf unsere Beratungsqualität. Mit über 25 Jahren Erfahrung am Markt wachsen und entwickeln wir uns ständig weiter. Davon profitieren auch unsere Kunden.

 Auch Nachhaltigkeit ist für uns wichtig – wir richten unsere Entscheidungen langfristig aus und lassen nicht jedes Lüftchen den Kurs ändern. Nicht zuletzt profitieren wir hierbei auch von unserem großen Partnernetzwerk als Add-on Service, falls vielleicht auch mal zusätzlich ein Leasing oder Ähnliches benötigt wird.

Aktuell sind einige „Unternehmerschiffe“ da draußen in der stürmischen See in Bedrängnis. Registrieren Sie eine verstärkte Nachfrage? 

Factoring war schon immer ein Instrument, das vor allem bei konjunkturellen Änderungen im Markt stark nachgefragt wird. Das können wir momentan definitiv spüren. Preisanstiege in vielen verschiedenen Branchen führen dazu, dass höhere Volumina finanziert werden müssen und ein höherer Working-Capital Einsatz notwendig wird. Über die gängigen Finanzierungsformen wie klassische Bankenlinien ist dies nur selten alleine möglich. Hier können wir sowohl mit Factoring, als auch mit unserer Einkaufsfinanzierung quickpaid Abhilfe schaffen.

Was machen Sie, wenn eines ihrer „Kundenschiffe“ in Seenot gerät? 

Das Klima auf und um unsere Kundenschiffe müssen wir selbstverständlich immer im Blick haben, denn sowohl exogene Faktoren, wie ein sich verändertes Marktumfeld, als auch endogene Faktoren, die sich innerhalb des Schiffes abspielen können (z.B. eine Meuterei 😉), haben großen Einfluss auf den Kurs. Eine transparente und ehrliche Kommunikation mit dem Kapitän ist dabei das A&O. Wichtig ist es für uns in aller erster Linie, auf der Basis von transparenter Kommunikation gemeinsam mit unseren Kunden echte Lösungen zu entwickeln. Dafür eignet sich Factoring eben sehr gut, da es sich hierbei um ein krisenresistentes und robustes Finanzierungsinstrument handelt.

Wird sich der Sturm legen oder erwarten Sie in den kommenden drei Jahren eine unruhige See? 

Bekanntlich spricht man ja immer von der Ruhe vor dem Sturm. Jedoch hat auch jede Krise irgendwann ein Ende, bzw. flacht sich ab. Da wir uns mit unseren Produktvarianten Factoring, quickpaid & privatärztlichen Abrechnungen (dgpar) im ABS-Konzern breit aufgestellt haben und aus vergangenen Zeiten den Umgang mit Krisen gelernt haben, ist unser Schiff für die Zukunft bestens gerüstet. Natürlich gibt es aktuell Entwicklungen wie der Ukraine-Krieg, dessen weiterer Einfluss auf die Weltwirtschaft noch schwer abzuschätzen ist. Insofern ist wohl davon auszugehen, dass die See in den nächsten Jahren etwas rauher und unbequemer werden wird.

Sie sind für den Deutschen Factoring Verband Mitglied des BGA-Präsidiums. Welchen Kurs verfolgen Sie im BGA aktuell? 

In erster Linie geht es mir im BGA darum, der Stimme der mittelständischen Wirtschaft in der Politik wieder mehr Gewicht zu verleihen. Leider hat sich die Politik – egal unter welcher Regierung – in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer mehr von den wirtschaftlichen Realitäten entfernt. Beispiele hierzu gibt es angesichts der aktuellen Herausforderungen zuhauf. Nie war die Stimme der Wirtschaft wichtiger als jetzt! Daneben setze ich mich dafür ein, dass die Dienstleister im BGA mehr Gehör finden, denn auch die Dienstleistungsbranche in Deutschland wird zum großen Teil vom BGA vertreten. Zu guter Letzt habe ich den Vorsitz im Steuer- und Finanzausschuss übernommen und versuche, auch hier ein paar Impulse im Sinne von Steuervereinfachung in Richtung Politik zu senden.

Wollten Sie schon als kleiner Junge Kapitän werden?  

Ja in der Tat – woher wissen Sie das?! Allerdings dachte ich damals mehr an einen Flugkapitän…

 

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Portrait Ulli Armbrust | Traxpay
  • Ulli Armbrust
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