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Was ist Trade Finance?

Der Begriff Trade Finance, auch bekannt als Handelsfinanzierung oder Außenhandelsfinanzierung, bezeichnet Techniken und Instrumente, die den Handel erleichtern und sowohl Käufer als auch Lieferanten vor handelsbezogenen Risiken schützen. Der Zweck von Trade Finance besteht darin, den Geschäftsverkehr zwischen den Unternehmen zu erleichtern. Außerdem trägt Trade Finance dazu bei, die mit dem globalen Handel verbundenen Risiken zu verringern, und zwar für alle Parteien, die an der Wertschöpfungskette beteiligt sind.

Wie genau funktioniert Trade Finance?

Bei einer Handelstransaktion gehen Käufer und Verkäufer unterschiedliche Risiken ein. Für den Käufer besteht das Risiko, dass die gekaufte Ware nicht rechtzeitig eintrifft oder die erwartete Qualität oder Menge nicht erreicht wird. Für den Verkäufer besteht das Risiko, dass die Zahlung für die gelieferten Waren nicht zu den vereinbarten Bedingungen eingeht.

Diese Risiken werden bei internationalen Handelsgeschäften noch verschärft, da die Beilegung von Streitigkeiten zeitaufwändig und schwierig sein kann – insbesondere, wenn die beteiligten Märkte unterschiedliche rechtliche Rahmenbedingungen aufweisen.

Um diese Risiken zu mindern, gibt es verschiedene Möglichkeiten, Handelsgeschäfte zu strukturieren, darunter Kontokorrent, Vorauszahlung und Akkreditive.

Offene Rechnung

Die einfachste und gebräuchlichste Art, einen Handelsfinanzierungsvertrag zu strukturieren, ist die Kontokorrentkondition, bei der der Käufer (Importeur) die Waren erst nach ihrem Eingang bezahlt. Dies schützt den Käufer vor dem Risiko, für Waren zu bezahlen, die nicht den erforderlichen Standards entsprechen, nicht aber den Verkäufer (Exporteur). Daher werden Kontokorrentkredite nur für vertrauenswürdige oder risikoarme Handelsbeziehungen empfohlen.

Das mit Kontokorrentgeschäften verbundene Risiko kann jedoch durch Trade Finance Instrumente wie die Exportkreditversicherung gemildert werden. Der Einsatz von Reverse Factoring ist eine weitere Lösung zur Finanzierung von Forderungen, die vom Käufer initiiert wird. Die Finanzierungskosten richten sich nach der Bonität des Käufers und nicht nach der des Lieferanten, was bedeutet, dass Lieferanten in der Regel eine Finanzierung zu einem günstigeren Zinssatz erhalten. Eine weitere Möglichkeit ist Digital Forfaiting, eine Forderungsfinanzierungstechnik, bei der Lieferanten ihre offenen Forderungen flexibel und regresslos an Finanzierungspartner verkaufen.

Vorauszahlung

Am anderen Ende des Spektrums steht die Vorauszahlung (oder Vorauskasse), bei der der Käufer den Lieferanten bezahlt, bevor er die Ware erhalten hat. Diese Art der Handelsfinanzierung schützt zwar den Lieferanten vor dem Risiko eines Zahlungsausfalls, nicht aber den Käufer vor dem Risiko, dass die Waren nicht rechtzeitig und wie erwartet eintreffen.

Kreditbriefe

In anderen Fällen können Transaktionen mit verschiedenen Handelsfinanzierungstechniken strukturiert werden. Dazu gehören Akkreditive, die häufig zur Absicherung und Finanzierung des internationalen Handels verwendet werden, insbesondere bei Geschäften mit höherem Risiko. Die Verwendung von Akkreditiven ist gesetzlich nicht geregelt, sondern ist in den „Einheitlichen Richtlinien und Gebräuche für Dokumenten-Akkreditive“ (ERA 600 vom Juli 2007) kodifiziert

Bei einem Akkreditiv stellt die Bank des Käufers ein Schreiben aus, in dem sie dem Verkäufer eine vollständige und fristgerechte Zahlung garantiert, sofern die erforderlichen dokumentarischen Bedingungen erfüllt sind. Zu den erforderlichen Dokumenten können Konnossemente, Versicherungsbescheinigungen und Handelsrechnungen gehören. Ist der Käufer nicht in der Lage, die Zahlung zu leisten, übernimmt die Bank die Zahlung im Namen des Käufers.

Auf diese Weise wird das Handelsrisiko sowohl für den Käufer als auch für den Verkäufer gemindert. Der Verkäufer erhält eine Garantie, dass er die Zahlung erhält, solange die Waren wie vereinbart eingehen, während das Risiko für den Käufer dadurch gemindert wird, dass er einen Nachweis über den Erhalt der Waren erbringen muss. Diese „Letter of Credit“ haben jedoch auch einige Nachteile: Sie können kostspielig sein, und die Dokumentationsanforderungen und der bürokratische Aufwand können zu erheblichen Verzögerungen führen.

Es gibt vielfältige Gestaltungsformen bei der Verwendung von Akkreditiven. Die Grundformen sind:

  • Unwiderrufliches Akkreditiv: Theoretisch können Akkreditive widerruflich oder unwiderruflich sein. Widerruflichkeit bedeutet, daß die eröffnende Bank das Akkreditiv jederzeit zurücknehmen kann. Akkreditive dieser Art werden allerdings selten akzeptiert, daher wird ein Letter of Credit gemäß den ICC Regeln stets unwiderruflich eröffnet.
  • Bestätigtes Akkreditiv: Neben der Eröffnungsbank garantiert auch die Bestätigungsbank für die Zahlung aus dem Akkreditiv. Dies bietet zusätzliche Sicherheit für den Verkäufer mit folgenden Vorteilen:
    • zusätzliche, eigenständige Zahlungsverpflichtung der avisierenden/bestätigenden Bank gegenüber dem Begünstigten
    • Übernahme des Banken- und Länderrisikos der eröffnenden Bank
    • Zahlung zum im Akkreditiv festgelegten Zeitpunkt nach Präsentation ordnungsgemäßer Dokumente.
    • Pünktlicher Zahlungseingang selbst bei kurzfristigen Zahlungsverzögerungen
  • Sicht Akkreditiv: Die Zahlung wird bei Einreichen der Dokumente fällig.

Häufig kommen folgende Arten von Bankakkreditiven in der Praxis vor:

  • Nach-Sicht-Akkreditiv (Deferred Payment Akkreditiv): Die eröffnende Bank wird in bestimmter Frist nach Einreichung der Dokumente zahlen, üblich sind 90 oder 180 Tage.
  • Akzept Akkreditive: Dieses schreibt neben den Dokumenten auch die Einreichung einer Zeittratte vor. Der Verkäufer hat damit eine unwiderrufliche Zahlungsverpflichtung in Form eines Wechselakzepts einer Bank. Der Käufer erhält seinerseits einen Warenkredit.
  • Negoziierungs-Akkreditiv: Eine Bank im Land des Begünstigten wird ermächtigt, Wechsel und/oder Dokumente unter Vorleistung von Geldmitteln an den Begünstigten anzukaufen.
  • Revolvierendes Akkreditiv: Das Akkreditiv erneuert sich bei Ausnutzung oder nach Ablauf einer Zeitperiode um den gleichen Teilbetrag.
  • Übertragbares Akkreditiv: Dieses erlaubt dem Erstbegünstigten als Zwischenhändler den Kredit auf einen Zweitbegünstigten zu übertragen.
  • Back-to-Back Akkreditiv: Es handelt sich um ein selbständiges Gegenakkreditiv, eröffnet von der Bank des Zwischenhändlers zugunsten des Herstellers/Lieferanten.

Dokumentarinkasso

Das Dokumenteninkasso ähnelt dem Akkreditiv, da die Dokumente der Bank des Käufers vorgelegt werden, bevor die Zahlung an den Verkäufer erfolgt. Ein wesentlicher Unterschied besteht jedoch darin, dass der Käufer das Recht hat, die gelieferten Waren abzulehnen. Das Dokumentarinkasso ist außerdem eine kostengünstigere Technik der Handelsfinanzierung als das Akkreditiv.

Vorteile von Trade Finance

Die Handelsfinanzierung mindert nicht nur das mit bestimmten Handelsgeschäften verbundene Risiko, z. B. das Risiko eines Zahlungsausfalls, sondern ermöglicht Verkäufern auch den Zugang zu kurzfristigen Finanzmitteln, die sie für ihre Geschäfte benötigen. Damit spielt sie eine wichtige Rolle bei der Erleichterung des internationalen Handels, der Verbesserung des Cashflows und der Förderung des Unternehmenswachstums. Darüber hinaus können Lösungen wie die Supply Chain Finance eine wichtige Rolle dabei spielen, Lieferanten den Zugang zu den für ihre Geschäftstätigkeit erforderlichen Finanzmitteln zu erleichtern.

 

 

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Portrait Ulli Armbrust | Traxpay
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