Über den digitalen Wechsel wird schon lange gesprochen. Ein Trio um die HRS Group hat nun einen neuen Versuch gewagt.

Die HRS Group hat gemeinsam mit der Hypovereinsbank (HVB) und dem Fintech Traxpay ein Supply-Chain-Finance-Programm unter Nutzung von digitalen Wechseln aufgesetzt. Es dient laut HRS-Treasury-Chef Stephan Albers der Working-Capital-Optimierung des Plattformbetreibers für Touristikdienstleistungen, über dessen Systeme Konzerne ihre Hotelprogramme einkaufen, buchen, bezahlen und abrechnen. Die Zahlungsströme zwischen Firmenkunden und Hotels wickelt HRS dabei selbst ab. „Wir gehen regelmäßig in Vorleistung, etwa bei Hotelbuchungen über Kreditkartenprogramme, die bestimmte Laufzeiten haben. Das ist Geld, das bei uns liegt, statt zu arbeiten“, erklärt Albers.
Um diese Herausforderung anzugehen, hat Albers zuletzt den Markt sondiert und nach passenden Lösungen gesucht. „Das Wechsel-Instrument wirkt mit Blick auf Working-Capital-Optimierung zunächst exotisch, es passt in dem nun mit HVB und Traxpay entworfenen Set-up aber hervorragend zu unseren Bedürfnissen.“ Das Startvolumen liegt bei 10 Millionen Euro monatlich, wobei das Programm revolvierend ist und somit einen dreistelligen Millionenumsatz erreichen dürfte: „Rechnerisch laufen darüber rund 120 Millionen Euro im Jahr“, so Albers.